{"id":15873,"date":"2025-06-26T10:47:10","date_gmt":"2025-06-26T08:47:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergt-diese-mecklenburgische-hansestadt-von-11965-einwohnern-mittelalterliche-architekturschaetze-auf-seltener-geoformation\/"},"modified":"2025-06-26T10:47:10","modified_gmt":"2025-06-26T08:47:10","slug":"weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergt-diese-mecklenburgische-hansestadt-von-11965-einwohnern-mittelalterliche-architekturschaetze-auf-seltener-geoformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergt-diese-mecklenburgische-hansestadt-von-11965-einwohnern-mittelalterliche-architekturschaetze-auf-seltener-geoformation\/","title":{"rendered":"Weniger touristisch als Stralsund beherbergt diese mecklenburgische Hansestadt von 11965 Einwohnern mittelalterliche Architektursch\u00e4tze auf seltener Geoformation"},"content":{"rendered":"<p>Der Wind raschelt sanft durch die B\u00e4ume, als ich \u00fcber die alte Br\u00fccke in <strong>Anklam<\/strong> schlendere. Mit <strong>11.965 Einwohnern<\/strong> und einer bewegten Geschichte scheint diese mecklenburgische Stadt wie ein vergessenes Zeitportal. Ich stehe auf einer geologischen Besonderheit \u2013 einer <strong>inselartigen Geschiebemergelscholle<\/strong>, die 6 Meter \u00fcber dem Urstromtal der Peene thront. W\u00e4hrend Sarah Fotos vom Fluss macht, kann ich kaum glauben, dass diese unentdeckte Hansestadt nur <strong>2 Stunden<\/strong> von Berlin entfernt liegt.<\/p>\n<h2>Diese mittelalterliche Hansestadt wurde auf einer seltenen geologischen Formation erbaut<\/h2>\n<p>Anklam steht auf einem Naturwunder. Die Stadt wurde auf einer <strong>inselartigen Geschiebemergelscholle<\/strong> errichtet \u2013 einer Art nat\u00fcrlicher Erhebung im ansonsten flachen Peenetal, die w\u00e4hrend der letzten Eiszeit entstand. Diese einzigartige Geoformation ist Teil derselben eiszeitlichen Struktur, die auch <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/dieser-ostsee-findling-von-600-kubikmetern-verbirgt-seit-3000-jahren-bronzezeitliche-kultgeheimnisse\/\">R\u00fcgens imposante Findlinge<\/a> hervorbrachte.<\/p>\n<p>Die mittelalterlichen Stadtplaner nutzten diese nat\u00fcrliche Erh\u00f6hung geschickt aus. Von hier aus kontrollierten sie den <strong>Handelsweg entlang der Peene<\/strong> \u2013 ein strategischer Vorteil, der Anklam im Jahr <strong>1283<\/strong> den Beitritt zur Hanse erm\u00f6glichte. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum, dessen Reichtum sich in beeindruckender Backsteinarchitektur manifestierte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich durch die <strong>kopfsteingepflasterten Stra\u00dfen<\/strong> wandere, fallen mir die imposanten Hallenkirchen auf. <strong>St. Marien<\/strong> und <strong>St. Nikolai<\/strong> sind prachtvolle dreischiffige Bauwerke aus dem 13. Jahrhundert, deren T\u00fcrme die Stadt \u00fcberragen \u2013 Zeugen einer Zeit, als Anklam in einer Liga mit L\u00fcbeck und Stralsund spielte.<\/p>\n<h2>Trotz 39% Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang: Beeindruckende Architektursch\u00e4tze ohne Touristenmassen<\/h2>\n<p>Die Geschichte Anklams in Zahlen ist faszinierend. <strong>19.384 Menschen<\/strong> lebten hier 1990, heute sind es nur noch <strong>11.965<\/strong> \u2013 ein R\u00fcckgang von <strong>39%<\/strong>. Doch w\u00e4hrend die Einwohnerzahl sank, blieb die architektonische Substanz erhalten. Dadurch entsteht ein ungew\u00f6hnliches Verh\u00e4ltnis von historischen Bauten zu Einwohnern.<\/p>\n<p>Anders als im <strong>UNESCO-Weltkulturerbe Stralsund<\/strong>, wo im Sommer Touristengruppen durch die Stra\u00dfen schieben, kann ich hier in Ruhe die mittelalterliche Architektur bewundern. Das rekonstruierte <strong>Rathaus<\/strong> mit seinem charakteristischen Turm steht stolz am <strong>1 Hektar<\/strong> gro\u00dfen Marktplatz \u2013 ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In unserer Stadt kannst du noch echte Hansegeschichte sp\u00fcren, ohne zwischen Souvenirl\u00e4den und Touristenmassen eingequetscht zu sein. Die Steine erz\u00e4hlen ihre Geschichten nur denen, die wirklich zuh\u00f6ren wollen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4hrend in Stralsund j\u00e4hrlich <strong>Hunderttausende Besucher<\/strong> durch die Gassen str\u00f6men, begegnen mir in Anklam haupts\u00e4chlich Einheimische. Diese Ruhe verleiht der Stadt eine Authentizit\u00e4t, die in vielen bekannteren Hansest\u00e4dten l\u00e4ngst verloren gegangen ist. Nur <strong>40 Kilometer<\/strong> entfernt k\u00f6nnen Interessierte auch die <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergen-56-252-greifswalder-deutschlands-letzte-handbediente-klappbruecke-seit-1887\/\">historische Klappbr\u00fccke in Greifswald<\/a> besuchen \u2013 ein weiteres architektonisches Juwel der Region.<\/p>\n<h2>Was die Reisef\u00fchrer Ihnen nicht erz\u00e4hlen<\/h2>\n<p>Der beste Zugang zu Anklams Sch\u00e4tzen beginnt am <strong>Steintor<\/strong> \u2013 dem letzten erhaltenen Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Parken Sie <strong>kostenlos<\/strong> am Bollwerk nahe der Peene und erkunden Sie die Stadt zu Fu\u00df. Besuchen Sie die Kirchen am <strong>fr\u00fchen Vormittag<\/strong>, wenn das Licht durch die historischen Fenster f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Ein besonderes Erlebnis bietet die Peene selbst \u2013 oft als <strong>&#8222;Amazonas des Nordens&#8220;<\/strong> bezeichnet. Mieten Sie ein Kanu am <strong>Stadthafen<\/strong> (ab <strong>25 Euro<\/strong>) und gleiten Sie durch eine fast unber\u00fchrte Naturlandschaft. Die <strong>Flussauen<\/strong> beherbergen seltene Vogelarten und eine vielf\u00e4ltige Flora, die sich perfekt mit einem Abstecher zu <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-heringsdorf-beherbergt-dieses-usedom-dorf-von-971-einwohnern-deutschlands-authentischste-fischereitraditionen-seit-1571\/\">Usedoms authentischen Fischerd\u00f6rfern<\/a> verbinden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>F\u00fcr den <strong>Sommer 2025<\/strong> planen lokale Organisatoren besondere Veranstaltungen im Rahmen des Tags der St\u00e4dtebauf\u00f6rderung. Diese bieten einen seltenen Einblick in sonst verschlossene historische Geb\u00e4ude \u2013 ein idealer Zeitpunkt f\u00fcr Ihren Besuch.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich meinen letzten Abend in einem der kleinen Caf\u00e9s am Marktplatz ausklingen lasse, denke ich an die versteckten Geschichten dieser Stadt. Anklam ist wie ein gut geh\u00fctetes Geheimnis in einer Welt der \u00fcberlaufenen Touristendestinationen \u2013 ein Ort, wo Geschichte nicht inszeniert, sondern einfach ist. &#8222;Manchmal&#8220;, fl\u00fcstere ich zu Emma, als wir unsere Taschenlampen auf die n\u00e4chtlichen Backsteinmauern richten, &#8222;sind die gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4tze genau dort, wo niemand hinschaut.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wind raschelt sanft durch die B\u00e4ume, als ich \u00fcber die alte Br\u00fccke in Anklam schlendere. Mit 11.965 Einwohnern und einer bewegten Geschichte scheint diese mecklenburgische Stadt wie ein vergessenes Zeitportal. Ich stehe auf einer geologischen Besonderheit \u2013 einer inselartigen Geschiebemergelscholle, die 6 Meter \u00fcber dem Urstromtal der Peene thront. W\u00e4hrend Sarah Fotos vom Fluss &#8230; <a title=\"Weniger touristisch als Stralsund beherbergt diese mecklenburgische Hansestadt von 11965 Einwohnern mittelalterliche Architektursch\u00e4tze auf seltener Geoformation\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergt-diese-mecklenburgische-hansestadt-von-11965-einwohnern-mittelalterliche-architekturschaetze-auf-seltener-geoformation\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Weniger touristisch als Stralsund beherbergt diese mecklenburgische Hansestadt von 11965 Einwohnern mittelalterliche Architektursch\u00e4tze auf seltener Geoformation\">Lire plus<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15872,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-15873","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-reisen"],"acf":[],"_yoast_wpseo_primary_category":null,"_yoast_wpseo_title":null,"_yoast_wpseo_metadesc":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15873\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}