{"id":15805,"date":"2025-06-20T05:21:00","date_gmt":"2025-06-20T03:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergen-56-252-greifswalder-deutschlands-letzte-handbediente-klappbruecke-seit-1887\/"},"modified":"2025-06-20T05:21:00","modified_gmt":"2025-06-20T03:21:00","slug":"weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergen-56-252-greifswalder-deutschlands-letzte-handbediente-klappbruecke-seit-1887","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergen-56-252-greifswalder-deutschlands-letzte-handbediente-klappbruecke-seit-1887\/","title":{"rendered":"Weniger touristisch als Stralsund beherbergen 56.252 Greifswalder Deutschlands letzte handbediente Klappbr\u00fccke seit 1887"},"content":{"rendered":"<p>Der Nebel lichtet sich langsam \u00fcber dem Museumshafen, w\u00e4hrend ich \u00fcber die h\u00f6lzernen Planken der <strong>handgezogenen Klappbr\u00fccke<\/strong> von Wieck spaziere. Greifswald erwacht an diesem Junimorgen wie ein gut geh\u00fctetes Geheimnis der Ostseek\u00fcste. Mit gerade einmal <strong>56.252 Einwohnern<\/strong> verteilt auf <strong>50,81 Quadratkilometer<\/strong> erscheint diese Hansestadt wie ein Mikrokosmos maritimer Geschichte \u2013 ohne die Touristenmassen, die andere K\u00fcstenst\u00e4dte \u00fcberfluten. Vor mir erhebt sich die mittelalterliche Skyline mit drei markanten Backsteinkirchen, deren rote T\u00fcrme in der Morgensonne gl\u00fchen.<\/p>\n<h2>Eine Hansestadt mit 56.252 Einwohnern und 3 gotischen Backsteinkirchen auf 50 Quadratkilometern<\/h2>\n<p>Greifswald ist ein wahres Juwel unter den Hansest\u00e4dten \u2013 mit einem erstaunlichen Verh\u00e4ltnis von <strong>drei majest\u00e4tischen Backsteinkirchen<\/strong> zu seiner kompakten Gr\u00f6\u00dfe. Der historische Marktplatz, gepflastert mit <strong>11.000 Quadratmetern Lausitzer Granit<\/strong>, bildet das pulsierende Zentrum, umrahmt von farbenfrohen Giebelh\u00e4usern aus dem Mittelalter.<\/p>\n<p>Was diese Stadt von ihren bekannteren Schwestern unterscheidet, ist die nahtlose Verbindung von Universit\u00e4t und maritimem Flair. Die <strong>1456 gegr\u00fcndete Universit\u00e4t<\/strong> verleiht den mittelalterlichen Stra\u00dfen eine jugendliche Energie, w\u00e4hrend der <strong>Museumshafen<\/strong> mit historischen Segelschiffen an die Handelsgeschichte erinnert. Ein lokaler Fischh\u00e4ndler erkl\u00e4rt mir: &#8222;Wat de Schipper seggt&#8220; \u2013 was der Kapit\u00e4n sagt \u2013 gilt hier noch als ungeschriebenes Gesetz.<\/p>\n<p>Die Verbindung zum Meer sp\u00fcre ich besonders beim Anblick der <strong>manuell bedienten Holzklappbr\u00fccke<\/strong> im Stadtteil Wieck. Seit <strong>1887<\/strong> wird sie t\u00e4glich von Hand ge\u00f6ffnet, um Segelbooten die Passage zu erm\u00f6glichen \u2013 ein lebendiges Relikt maritimer Tradition, das man in anderen Hansest\u00e4dten vergeblich sucht. W\u00e4hrend in Naumburg <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-rothenburg-beherbergen-27-863-naumburger-deutschlands-schoenste-stifterfiguren-seit-1250\/\">27.863 Einwohner Deutschlands sch\u00f6nste Stifterfiguren<\/a> bewundern, zeigt Greifswald einen ganz anderen Aspekt deutscher Kulturgeschichte.<\/p>\n<h2>Wie Tallinn in klein: Historische Architektur ohne Touristenmassen<\/h2>\n<p>Greifswald erinnert mich an ein kleines Tallinn \u2013 mit verwinkelten Gassen und gotischer Architektur, aber ohne die <strong>Touristenstr\u00f6me<\/strong>, die durch die estnische Hauptstadt flie\u00dfen. Die <strong>drei gotischen Kirchent\u00fcrme<\/strong> bilden eine \u00e4hnliche Silhouette, doch hier kann man sie in Ruhe bewundern, w\u00e4hrend der Duft frisch ger\u00e4ucherter Fische vom Hafen her\u00fcberzieht.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Im Sommer sitze ich oft auf dem Marktplatz und genie\u00dfe meinen Kaffee, w\u00e4hrend in anderen Hansest\u00e4dten die Besucher sich durch die Gassen dr\u00e4ngen. Hier teilen wir unseren Platz h\u00f6chstens mit ein paar Studenten und lokalen Familien.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Authentizit\u00e4t ist Gold wert. W\u00e4hrend ich durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone schlendere, entdecke ich Caf\u00e9s, in denen Professoren und Fischh\u00e4ndler nebeneinander sitzen. In den historischen Mauern der Stadt lebt auch das Erbe des ber\u00fchmten Malers <strong>Caspar David Friedrich<\/strong>, der hier geboren wurde. Die <strong>Klosterruine Eldena<\/strong>, die er verewigte, liegt nur <strong>3 Kilometer<\/strong> \u00f6stlich des Zentrums.<\/p>\n<p>Diese Verbindung von Kunst, Wissenschaft und maritimer Tradition macht Greifswald einzigartig. W\u00e4hrend Halberstadt im Westen <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-quedlinburg-beherbergt-halberstadt-seit-2001-das-laengste-musikstueck-der-welt\/\">seit 2001 das l\u00e4ngste Musikst\u00fcck der Welt beherbergt<\/a>, verzaubert Greifswald mit seiner stillen, unaufdringlichen Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<h2>Der Geheimtipp f\u00fcr 2025: Sommerfestivals und maritime Entdeckungen<\/h2>\n<p>Planen Sie jetzt Ihren Besuch f\u00fcr <strong>2025<\/strong>, wenn Greifswald sein <strong>775-j\u00e4hriges Stadtjubil\u00e4um<\/strong> feiert. Der absolute H\u00f6hepunkt wird der <strong>MV-Tag vom 20. bis 22. Juni<\/strong> sein \u2013 das gr\u00f6\u00dfte Landesfest Mecklenburg-Vorpommerns mit <strong>12 Themenbereichen<\/strong> und \u00fcber 90 Ausstellern vor der Kulisse der mittelalterlichen Altstadt.<\/p>\n<p>Besonders empfehlenswert ist eine Kayaktour auf dem <strong>Ryck-Fluss<\/strong>, der die Stadt mit der Ostsee verbindet. Von hier aus k\u00f6nnen Besucher auch zum mysteri\u00f6sen <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/dieser-ostsee-findling-von-600-kubikmetern-verbirgt-seit-3000-jahren-bronzezeitliche-kultgeheimnisse\/\">Ostsee-Findling mit bronzezeitlichen Kultgeheimnissen<\/a> gelangen, der nur eine kurze Fahrt entfernt liegt.<\/p>\n<p>Die <strong>Greifswalder Bachwoche<\/strong>, das \u00e4lteste Musikfestival Mecklenburg-Vorpommerns, bietet klassische Konzerte in den beeindruckenden Backsteinkirchen. Wer nach dem Besuch des maritimen Greifswald weitere Geheimtipps erkunden m\u00f6chte, sollte die <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-weimar-beherbergen-46-400-gothaer-deutschlands-geheimste-schloss-kasematten-seit-1643\/\">geheimsten Schloss-Kasematten in Gotha<\/a> nicht verpassen.<\/p>\n<h2>Praktischer Reisef\u00fchrer: Die perfekte Erkundung des Hansejuwels<\/h2>\n<p>Besuchen Sie Greifswald am besten zwischen <strong>Mai und September<\/strong>, wenn die maritimen Aktivit\u00e4ten in vollem Gange sind. Parken Sie kostenlos am <strong>Museumshafen<\/strong> und erkunden Sie die Stadt zu Fu\u00df \u2013 vom Hafen zum Marktplatz sind es nur <strong>800 Meter<\/strong>.<\/p>\n<p>Die <strong>Klappbr\u00fccke in Wieck<\/strong> wird t\u00e4glich um <strong>9:20, 11:20, 14:20 und 17:20 Uhr<\/strong> ge\u00f6ffnet \u2013 ein unvergessliches Schauspiel. Besuchen Sie die <strong>Klosterruine Eldena<\/strong> am fr\u00fchen Morgen, um das Licht einzufangen, das Friedrich in seinen Gem\u00e4lden verewigte.<\/p>\n<p>Naturliebhaber k\u00f6nnen ihre Reise durch Nordostdeutschland mit einem Besuch des <a href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/dieser-brandenburgische-ort-von-14-306-einwohnern-vereint-drei-unesco-naturschutzgebiete-seit-1990\/\">brandenburgischen Ortes fortsetzen, der drei UNESCO-Naturschutzgebiete vereint<\/a>. Die perfekte Erg\u00e4nzung zu Greifswalds maritimem Charme.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Sarah Fotos der handgezogenen Klappbr\u00fccke macht, denke ich an all die Hansest\u00e4dte, die ich bereist habe. Greifswald ist wie ein Gedicht in Backstein \u2013 leiser gesprochen als seine gro\u00dfen Schwestern, aber mit einer Tiefe, die l\u00e4nger nachhallt. Wie die Pommern sagen w\u00fcrden: &#8222;Dat Water treckt&#8220; \u2013 das Wasser zieht einen an. Und in Greifswald zieht es einen immer wieder zur\u00fcck, zu dieser perfekten Balance aus maritimer Geschichte, akademischer Lebendigkeit und hanseatischer Gelassenheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nebel lichtet sich langsam \u00fcber dem Museumshafen, w\u00e4hrend ich \u00fcber die h\u00f6lzernen Planken der handgezogenen Klappbr\u00fccke von Wieck spaziere. Greifswald erwacht an diesem Junimorgen wie ein gut geh\u00fctetes Geheimnis der Ostseek\u00fcste. Mit gerade einmal 56.252 Einwohnern verteilt auf 50,81 Quadratkilometer erscheint diese Hansestadt wie ein Mikrokosmos maritimer Geschichte \u2013 ohne die Touristenmassen, die andere &#8230; <a title=\"Weniger touristisch als Stralsund beherbergen 56.252 Greifswalder Deutschlands letzte handbediente Klappbr\u00fccke seit 1887\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/weniger-touristisch-als-stralsund-beherbergen-56-252-greifswalder-deutschlands-letzte-handbediente-klappbruecke-seit-1887\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Weniger touristisch als Stralsund beherbergen 56.252 Greifswalder Deutschlands letzte handbediente Klappbr\u00fccke seit 1887\">Lire plus<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15804,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-15805","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-reisen"],"acf":[],"_yoast_wpseo_primary_category":null,"_yoast_wpseo_title":null,"_yoast_wpseo_metadesc":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15805","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15805"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15805\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15804"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15805"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15805"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.le-journal-catalan.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15805"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}